Wichteln in der Klasse: Elternbrief, Budget und Ablauf
Kurz gesagt
Wichteln in der Klasse klappt, wenn es freiwillig ist, bei 3 bis 5 € gedeckelt und in einem Elternbrief festgehalten wird und wenn du es um das Kind herum planst, das sonst außen vor bliebe. Schick den Eltern zuerst einen Brief, lose nach Alter aus (durch die Lehrkraft bei den Jüngsten, per Zettel oder Online-Auslosung mit den E-Mail-Adressen der Eltern bei den Älteren), halte ein paar Ersatzgeschenke bereit und plane für den Tauschtag etwa 45 Minuten ein.
Es ist Anfang November, du hast 26 Achtjährige in der Klasse, und jemand schlägt vor, am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien zu wichteln. Schöne Idee. Sie hat aber auch ein paar Stellen, an denen sie danebengehen kann: Ein Kind packt ein 20-Euro-Geschenk neben einem für 3 € aus, eine Familie feiert kein Weihnachten, ein Elternteil kann sich das Ganze nicht leisten und kann es auch nicht sagen, und ein Geschenk kommt nie an, was ein Siebenjähriger bemerkt, bevor du es tust.
Erwachsene stecken ein mittelmäßiges Geschenk meist locker weg. Ein Kind kann das oft nicht, und es kann sich auch nicht einfach würdevoll zurückziehen, denn die ganze Klasse schaut zu. Deshalb kommt es mehr auf die Vorbereitung an als auf die Geschenke.
Dieser Ratgeber richtet sich an Lehrkräfte und an Eltern, die das Wichteln für eine Klasse organisieren, zum Beispiel als Elternvertretung. Du erfährst, ob sich Wichteln in der Klasse überhaupt lohnt, was in den Elternbrief gehört, wie das Budget fair bleibt, wie die Auslosung in jedem Alter klappt, was bei fehlenden Geschenken hilft, wie der Tauschtag abläuft und was du tust, wenn Wichteln für deine Klasse nicht das Richtige ist.
Solltest du in deiner Klasse überhaupt wichteln?
Ja, wenn die Teilnahme freiwillig ist, die Kosten klein sind und keine Familie in Verlegenheit gerät. Kannst du nicht alle drei Punkte zusichern, mach lieber eine Version ohne Geschenke (mehrere findest du weiter unten).
Prüfe zuerst vier Dinge. Deine Schule muss es erlauben, denn die Regeln zu Geschenken, Weihnachtsaktionen und Schülerdaten auf externen Websites unterscheiden sich. Die Teilnahme muss die Entscheidung der Familie sein, mit einem Zettel für zu Hause, bei dem eine Absage keine Erklärung braucht, und nie per Handzeichen. Die Kosten müssen so niedrig sein, dass jede Familie Ja sagen kann. Und du brauchst einen Plan für das Geschenk, das ausbleibt, denn eines bleibt garantiert aus.
Ob sich alle zugehörig fühlen, hängt meist an der Wortwahl und an Selbstverständlichkeiten. Nicht jede Familie feiert Weihnachten, und viele Kinder, die es tun, möchten nicht über ihre Geschenke ausgefragt werden. Nenn es Geschenketausch zum Jahresende oder such einen neutralen Namen wie „Winterwichteln“ oder „Schneeflockenwichteln“, halte die Liste der Mitmachenden zwischen dir und den Familien und verzichte auf Fragen wie „Was bringt dir der Weihnachtsmann?“
Das stärkste Argument dagegen: Jeder Geschenketausch hängt der Freundschaft vor aller Augen ein Preisschild um, und Kinder merken einen Preisunterschied schnell. Wenn die Familien in deiner Klasse sehr unterschiedlich viel ausgeben können und du die Lücke nicht schließen kannst, entscheide dich für einen Tausch von Komplimenten oder guten Taten und lass das Einkaufen weg.
Was gehört in den Elternbrief?
Ein guter Elternbrief passt auf eine Seite und beantwortet fünf Fragen: Worum geht es, wie hoch ist die Grenze, bis wann ist was fällig, wie erfährt mein Kind, wen es beschenkt, und was ist, wenn wir lieber nicht mitmachen? Schick ihn etwa vier Wochen vor dem Tausch los, mit Antwortfrist eine Woche später. Streich die Variante der Auslosung, die du nicht nutzt. Der Brief siezt die Eltern, wie es bei Schulbriefen üblich ist; unter Eltern geht auch „ihr“.
Elternbrief
Betreff: Wichteln in der Klasse (freiwillig)
Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,
vor den Weihnachtsferien möchten wir in unserer Klasse ein kleines Wichteln veranstalten. Jedes Kind, das mitmacht, bekommt im Geheimen den Namen eines Mitschülers oder einer Mitschülerin zugelost, schenkt diesem Kind etwas und erhält selbst ein Geschenk. Es zählt, dass man an den anderen gedacht hat, nicht, wer am meisten ausgibt.
Die Grenze liegt bei 4 € pro Geschenk. Das ist eine Obergrenze, kein Richtwert: Ein Euro mehr ist in Ordnung, deutlich mehr nicht. Selbstgebasteltes und Gemaltes ist genauso willkommen wie Gekauftes. Bitte packen Sie das Geschenk nach Möglichkeit in schlichtes Papier und beschriften Sie es mit „Für: Name des Empfängers“, ohne Hinweis auf den Absender. Verzichten Sie bitte auf Essen, Süßigkeiten und alles, was laut ist, schmutzt oder Kleinteile hat.
Termine: Rückmeldung bis Datum, Auslosung am Datum, Geschenke bis Datum in der Schule, Wichteln in der Klasse am Datum.
Online-Auslosung: Die Zuteilung Ihres Kindes kommt per E-Mail an die Adresse, die Sie unten angeben, damit Sie beim Einkaufen helfen können. Bitte behalten Sie sie bis zum Tauschtag für sich. Ich sehe nicht, wer wen gezogen hat.
Auslosung in der Klasse: Die Zuteilung Ihres Kindes kommt in einem verschlossenen Umschlag nach Hause. Bitte behalten Sie sie bis zum Tauschtag für sich.
Die Teilnahme ist freiwillig, und weder eine Zusage noch eine Absage muss begründet werden. Wenn Sie lieber nicht mitmachen möchten, lassen Sie den Termin einfach verstreichen oder sagen Sie mir Bescheid. Bei Familien, von denen ich nichts gehört habe, frage ich diskret nach, nur um sicherzugehen, dass dieser Brief angekommen ist. Kinder, die nicht mitmachen, bekommen bei der Feier trotzdem eine Aufgabe. Falls die Kosten ein Thema sind, sprechen Sie mich bitte unter vier Augen an: Wir können ein Geschenk übernehmen, und niemand sonst erfährt davon.
Zum Mitmachen antworten Sie bitte bis Datum mit dem Vornamen und dem ersten Buchstaben des Nachnamens Ihres Kindes, einer E-Mail-Adresse, die Sie regelmäßig lesen (nur bei der Online-Auslosung), und möglichen Allergien, die ich kennen sollte.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Dein Name
Drei Details sind besonders wichtig. Die Grenze ist eine Zahl, denn „ein kleines Geschenk“ heißt für die eine Familie 3 € und für die andere 30 €. Eine Absage kostet keine Mühe. Und das Versprechen, ein Geschenk zu übernehmen, muss sich halten lassen, also richte deinen Reservetopf (siehe Abschnitt zum Budget) ein, bevor der Brief rausgeht. Frag auch nach: Ein Brief, der im Schulranzen verschwunden ist, sieht genauso aus wie ein „Nein“.
Mit Amazing Secret Santa landet die optionale Nachricht an die Gruppe (bis zu 500 Zeichen) neben Budget und Datum in der E-Mail jedes Elternteils. Den Chat-Link kannst du nicht entfernen. Wenn deine Schule möchte, dass die Familien den Chat lieber nicht nutzen, ersetze die Sätze zum Chat durch „Bitte den Chat-Link ignorieren.“
Hinweis für die E-Mail zur Auslosung
Diese E-Mail enthält die Zuteilung Ihres Kindes. Bitte bis zum Tauschtag geheim halten. Das Geschenk bitte einpacken, mit „Für: Name“ beschriften und bis zum Datum in die Schule mitgeben, ohne Essen, Krachmacher oder Kleinteile. Ideen? Im anonymen Chat (Link in dieser E-Mail) können Sie die Eltern des Kindes fragen, das Ihr Kind beschenkt. Er verschickt keine Benachrichtigungen, schauen Sie also ab und zu hinein. Fragen? Schreiben Sie an E-Mail der Lehrkraft. Danke!
Brauchst du Formulierungen für eine Eltern-Chatgruppe oder für Erinnerungen? Die Vorlagen für Wichtel-Einladungen haben beides.
Welches Budget ist für alle Familien fair?
Such dir eine Zahl zwischen 3 und 5 € aus, schreib sie als Obergrenze in den Brief und behandle sie auch so. Das ist eine gängige Übereinkunft beim Wichteln in der Schule, keine Regel, und ein fester Betrag von 3 € lässt die meisten Familien ohne langes Überlegen Ja sagen. Ein Euro drüber ist kein Drama, ein 20-Euro-Geschenk dagegen schon ein Gesprächsthema. Viele Gruppen rechnen Versandkosten nicht mit. Wenn also jemand online bestellen könnte, sag dazu, wie ihr es handhabt. Dann nimm den Druck von der Zahl selbst:
- Selbstgemachtes zählt genauso. Sag das im Brief und in der Klasse. Eine Zeichnung in einem Papierrahmen ist ein vollwertiges Geschenk.
- Eine Bastelecke. Leg eine Woche lang Papier, Filzstifte und Sticker bereit, für Kinder, die ein Geschenk lieber in der Schule basteln, als eines mitzubringen.
- Ein Reservetopf. Kauf, bevor der Brief rausgeht, zwei oder drei Geschenke für je 3 bis 5 € aus der Klassenkasse oder mit Geld vom Förderverein. Eine Familie, die Hilfe braucht, sagt dir unter vier Augen, wen ihr Kind gezogen hat, und du verpackst ein Geschenk für diesen Namen.
- Kein Blick auf den Kassenbon. Liegt ein Geschenk weit über der Grenze, sprich die Familie unter vier Augen an, nie vor der Klasse.
Wie lost du in der Klasse die Namen aus?
Wähle die Methode passend zum Alter: Die Jüngsten behalten ein Geheimnis selten wochenlang für sich, also hüten die Erwachsenen es für sie, während ältere Kinder mit Zetteln oder einer Zuteilung per E-Mail zurechtkommen. Wie auch immer du dich entscheidest, lose im Stillen aus: Wenn die Kinder im Kreis auf dem Teppich Zettel ziehen, sieht jeder, wer mitmacht, und die Freiwilligkeit ist dahin.
| Alter | Beste Methode | Wer die Zuteilung zuerst erfährt | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|---|
| 5-7 | Die Lehrkraft mischt die Namen, jedes Kind beschenkt den nächsten Namen in der Reihe | Lehrkraft, dann Eltern | Die Lehrkraft kann nicht mitmachen, und die Namen müssen verschlossen nach Hause gehen |
| 8-10 | Zettel in der Klasse oder Online-Auslosung an die E-Mail-Adressen der Eltern | Das Kind (Zettel) oder die Eltern (online) | Selbst gezogene Namen, verlorene Zettel und das letzte Kind |
| 11-14 | Online-Auslosung an die E-Mail-Adressen der Eltern oder Zettel in einer kleinen Klasse | Die Eltern oder die Schüler | Schulregeln zu Schülerdaten; Spicken |
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5 bis 7 Jahre: Die Erwachsenen hüten das Geheimnis
Kinder in diesem Alter halten ein Geheimnis selten wochenlang durch, also nimm eine gemischte Reihe, bei der niemand sich selbst ziehen kann:
- 1Schreib den Namen jedes mitmachenden Kindes auf eine Karte und gleiche die Anzahl mit deiner Rückmeldeliste ab.
- 2Mische die Karten und lege sie in eine Reihe, bevor die Kinder kommen.
- 3Jedes Kind beschenkt das Kind auf der nächsten Karte in der Reihe, und das letzte beschenkt das erste. Niemand zieht sich selbst, und ab drei Kindern ziehen sich auch nie zwei gegenseitig.
- 4Steck die Zuteilung jedes Kindes in einen Umschlag mit seinem Namen darauf und gib ihn für die Eltern mit nach Hause, zusammen mit dem Steckbrief des Kindes, das es beschenkt, falls ihr Steckbriefe gemacht habt.
Du kennst dann alle Zuteilungen. Das ist praktisch für Ersatzgeschenke, aber du kannst nicht mitmachen. Wenn du dabei sein willst, nimm die Online-Auslosung.
8 bis 10 Jahre: Zettel mit ein paar Absicherungen
Mit acht oder neun Jahren können die meisten Kinder einen Zettel ein bis zwei Wochen für sich behalten, also lose ein bis zwei Wochen vor dem Tausch aus. Das ganze Verfahren mit dem Hut steht in unserem Ratgeber zum Auslosen der Namen beim Wichteln. Für die Klasse brauchst du diese Anpassungen:
- Die Zettel schreibst du, nicht die Kinder, denn an der Handschrift erkennt man, wer geschrieben hat. Nimm gleiches Papier, falte jeden Zettel gleich und gleiche die Anzahl mit deiner Rückmeldeliste ab.
- Die Kinder ziehen einzeln an deinem Pult, während die anderen arbeiten, damit niemand erkennt, wer mitmacht.
- Wer den eigenen Namen zieht, tauscht ohne Aufsehen. Ist der letzte Zettel der eigene Name des letzten Kindes, tausche diesen Zettel gegen den eines Kindes, das schon gezogen hat.
- Zettel für fehlende Kinder kommen in einen Umschlag. Schick jeden Namen verschlossen oder auf eine Karte übertragen nach Hause, denn lose Zettel gehen zwischen Schule und Zuhause schnell verloren.
Jedes Alter: Online-Auslosung mit der E-Mail-Adresse der Eltern
Eine Online-Auslosung funktioniert in jedem Alter, weil jede Zuteilung im Postfach der Eltern landet. Die Eltern sagen es dem Kind, und du siehst die Paare nie, sodass „Wer hat mich?“ die ehrliche Antwort „Keine Ahnung“ bekommt. Amazing Secret Santa ist kostenlos und braucht für niemanden ein Konto. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung So funktioniert Amazing Secret Santa führt durch jeden Bildschirm.
Die Besonderheiten für die Klasse: Trag jedes Kind mit Vornamen und dem ersten Buchstaben des Nachnamens („Maya R.“) und der E-Mail-Adresse eines Elternteils ein, denn Namen müssen eindeutig sein (aus zwei Emmas werden „Emma B.“ und „Emma T.“). Schreib die Grenze ins Budgetfeld (maximal 40 Zeichen, zum Beispiel „höchstens 5 €“), ergänze das Datum und füge deinen Hinweis ein. Du siehst, ob jede E-Mail rausgegangen ist, aber nicht, ob sie im Spam gelandet ist. Bitte die Familien deshalb, innerhalb von zwei Tagen kurz mit „Angekommen“ zu antworten. Eine verlorene E-Mail lässt sich für ein einzelnes Kind nicht neu verschicken. Die Familie soll zuerst im Posteingang, im Spam-Ordner und im Tab „Werbung“ nachsehen. Ist sie wirklich weg, hilft nur eine neue Auslosung für alle, und du bittest alle Familien, die erste E-Mail zu ignorieren.
In jeder E-Mail steckt außerdem der Link zum anonymen Chat, den du nicht weglassen kannst. Er hat zwei Kanäle, einen mit dem eigenen Wichtel und einen mit dem Wichtelpartner, sodass ein Schenkender Fragen stellen kann, ohne sich zu verraten. In der Klasse haben die Eltern den Link, der Chat läuft also von Eltern zu Eltern: Die Eltern des schenkenden Kindes können nach Lieblingsdingen oder Allergien fragen. Er schickt keine Benachrichtigungen, eine Nachricht wird also erst gesehen, wenn jemand seinen eigenen Link öffnet.
Du kannst dich selbst in die Auslosung eintragen, denn du siehst die Paare nicht. Informiere dich vorher, ob deine Schule Lehrkräften erlaubt, Geschenke anzunehmen, und überlege, wie das Kind, das dich zieht, im Rahmen bleibt. Ab etwa 11 Jahren können Schülerinnen und Schüler ihre eigene Adresse nutzen, wenn die Schulregeln es erlauben.
Geschwister, zerstrittene Freunde und ungerade Klassengrößen
Ausschlüsse wirken nur in eine Richtung. Damit Zwillinge oder Geschwister einander nicht ziehen, hakst du bei jedem das andere Kind an. Derselbe Trick trennt zwei Kinder, bei denen es gerade kracht, und niemand sieht es. Wo die Grenze liegt, zeigt unser Ratgeber zu Ausschlüssen beim Wichteln.
Eine ungerade Kinderzahl ist kein Problem: Jedes Kind beschenkt genau eine Person und wird von genau einer beschenkt. Eine Auslosung braucht mindestens 3 Personen und funktioniert mit bis zu 30. Bei weniger als drei machst du für alle eine Version ohne Geschenke. Bei mehr als 30 teilst du in getrennte Auslosungen auf, wie es der Beitrag zu der richtigen Gruppengröße fürs Wichteln erklärt.
Wie stellst du sicher, dass jedes Kind ein Geschenk bekommt?
Achte auf die Empfänger, nicht auf die Schenkenden, und halte ein paar Ersatzgeschenke bereit. Selbst wenn du die Paare kennst, ist die verlässliche Kontrolle, welche Namen noch kein Päckchen haben.
- 1Setze den Abgabetermin für die Geschenke auf den Tag vor dem Tausch, damit du einen Puffer hast.
- 2Führe eine Klassenliste und hake einen Namen ab, sobald ein Geschenk mit dem Etikett „Für: Name“ ankommt. Bewahre die Geschenke außer Sichtweite auf.
- 3Sind alle Geschenke da, verpacke für jeden Namen, der noch nicht abgehakt ist, ein Ersatzgeschenk. Die Familien packen zu Hause ein, also soll es aussehen wie die anderen: Schlichtes Papier ist am sichersten.
- 4Leg die Ersatzgeschenke wie alle anderen auf die Tische. Niemand muss erfahren, dass eines davon ein Ersatz war.
- 5Taucht das echte Geschenk noch vor der Feier auf, nimm es und behalte den Ersatz. Kommt es später, wird es ein paar Tage danach überreicht. Eine neue Auslosung ist nicht nötig.
Die Ersatzgeschenke stammen aus dem Reservetopf im Abschnitt zum Budget: zwei oder drei Geschenke, die du kaufst, bevor der Brief rausgeht. Flache, neutrale Dinge wie ein Kratzbild oder ein Labyrinth-Heft eignen sich gut als Ersatz. Verpacke nur, was du wirklich brauchst.
Wie du beim fehlenden Geschenk nachhakst, hängt von der Auslosung ab. Bei Zetteln oder Online-Auslosung weißt du nicht, wer es ist, also erinnere die ganze Klasse und halte es leicht. Bei der Auslosung durch die Lehrkraft kennst du den Namen, und ein Wort unter vier Augen wirkt besser. Ein Kind, das fehlt, bekommt sein Geschenk, sobald es zurück ist. Zieht sich ein Kind nach der Auslosung zurück, gelten die Lösungen aus dem Ratgeber Wenn beim Wichteln jemand abspringt: eine neue Auslosung, wenn noch niemand eingekauft hat, und eine diskrete „Lücke schließen“-Lösung über dich, wenn schon eingekauft wurde.
Welche Geschenke eignen sich für die Klasse?
Am sichersten sind kleine, flache Geschenke ohne Essen, die sich preislich leicht angleichen lassen, damit sich jedes Kind darüber freut, egal von wem es kommt. Außerdem müssen sie die Regeln deines Briefs erfüllen: nichts Lautes, nichts, was schmutzt, nichts mit Kleinteilen. Vier Ideen, die all das erfüllen:
- Mini-Daumenkino-Set, 3-5 €. Ein paar Bilder zeichnen, durchblättern und zusehen, wie sie sich bewegen.
- Kleiner Zeichenblock mit Bleistift und Radiergummi, 2-4 €. Passt in jeden Schulranzen.
- Kratzbilder mit Holzstift, 2-4 €. Bunte Ergebnisse, ganz ohne Tinte oder Kleber.
- Kleines Labyrinth- oder Punkte-verbinden-Heft, 2-3 €. Flach, leise und gleich nach dem Auspacken startklar.
Weitere Ideen findest du bei den Wichtelgeschenken für Kinder mit einer Tabelle für die ganze Klasse und Ideen für jede Altersstufe, und die Wichtelgeschenke unter 10 € haben noch mehr in dieser Preislage.
Damit die Schenkenden nicht raten müssen, lass jedes Kind einen Steckbrief ausfüllen: drei Lieblingsdinge und eine Sache, die es lieber nicht bekommen möchte. Bei der Auslosung durch die Lehrkraft steckst du den Steckbrief des Empfängers in den verschlossenen Umschlag. Sonst kannst du keine Karte weitergeben, ohne die Zuteilung zu erfahren. Häng die Steckbriefe deshalb vom Tag der Auslosung bis zur Abgabe der Geschenke an eine Wand, wo Eltern beim Abholen den Steckbrief des Kindes finden, das ihr Kind gezogen hat.
Wie sieht der Tauschtag aus?
Gemeinsam auspacken, zuerst Danke sagen, behutsam aufdecken und mit etwas abschließen, das die ganze Klasse macht. Dieser Plan passt in eine Schulstunde von 45 Minuten, die Kurzfassung in 30.
| Minuten | Was passiert | Hinweise |
|---|---|---|
| Vor der Stunde | Jedes Geschenk, Ersatzgeschenke eingeschlossen, auf den Tisch des Empfängers legen | Die Ersatzgeschenke wurden am Vortag verpackt |
| 0-5 | Stuhlkreis bilden und die vier Klassenregeln lesen | Die Regeln bleiben an der Tafel |
| 5-10 | Jedes Kind schreibt auf, wen es als Wichtel vermutet, und behält den Zettel | Freiwillig, später macht das Nachprüfen Spaß |
| 10-25 | Geschenke auspacken, alle gleichzeitig oder nacheinander | Siehe die Abwägung unten |
| 25-35 | Wichtel aufdecken und persönlich Danke sagen | Wer lieber geheim bleiben möchte, darf passen |
| 35-45 | Dankeskarten oder Bilder, aufräumen, Abschlusskreis | Geschenkpapier in einem Sack sammeln |
Klassenregeln für die Tafel
Dein Wichtel bleibt geheim, bis wir aufdecken.
Sag zuerst Danke. Ob es dir gefällt, kann bis später warten.
Jedes Geschenk wurde mit Liebe ausgesucht, deshalb vergleichen wir nicht.
Nicht auf die Anhänger spicken und nicht tauschen.
Alle gleichzeitig oder nacheinander? Nacheinander macht es spannend, rückt aber jedes Kindergesicht ins Rampenlicht, und das ist hart, wenn ein Geschenk enttäuscht. Außerdem dauert es länger. Alle gleichzeitig auf „Drei“ geht schnell und ruhig. Ich würde bei den Jüngsten alle gleichzeitig wählen und bei den Älteren nacheinander, denn sie kommen mit dem Publikum klar.
Kinder, die nicht mitmachen, brauchen eine echte Aufgabe statt eines Platzes am Rand: Geschenkedienst, Musikdienst oder Dankeskartendienst. Sollen sie etwas bekommen? Wenn ihre Familie damit einverstanden ist, bezieht ein netter Zettel von dir oder von der Klasse sie ein, ohne ein Geschenk, das sie auffällig macht. Frag vorher nach und mach keine Ansage daraus.
Für die 30-Minuten-Fassung lässt du das Raten zum Aufwärmen weg, und die Dankeskarten entstehen zu Hause. Kläre die Fotoregeln deiner Schule, bevor jemand ein Bild macht.
Welche Alternativen zum Wichteln gibt es für die Klasse?
Wenn Geld oder Teilnahme der Knackpunkt sind, behalte die Auslosung und ändere, was getauscht wird. Die meisten dieser Formate kosten fast nichts, und bei keinem geht ein Kind leer aus.
| Format | Kosten | So läuft es |
|---|---|---|
| Komplimente-Tausch | 0 € | Namen ziehen; jedes Kind schreibt auf, was es an seinem Mitschüler mag |
| Geheimfreund-Woche | 0 € | Namen ziehen; eine Woche lang tut jedes Kind seinem Geheimfreund heimlich kleine gute Taten |
| Basteltausch | 0-2 € | In der Klasse Lesezeichen oder Papierschneeflocken basteln und dann auslosen, wer welches bekommt |
| Büchertausch | 0-5 € | Jedes Kind verpackt ein ausgelesenes Buch, neu oder gebraucht, und zieht eines aus dem Stapel |
| Klassenspende | Freiwillig | Die Klasse sucht sich eine örtliche Tafel oder Notunterkunft aus und bringt eine Spende mit |
Lies die Komplimente-Zettel durch, bevor sie verteilt werden, und gib den Schreibenden einen Satzanfang vor, zum Beispiel „Ich mag es, wenn du …“. Kläre die Regeln deiner Schule, bevor ihr Geld oder Sachen für einen guten Zweck sammelt. Räuberwichteln, bei dem Geschenke geklaut werden, ist für kleine Kinder keine leichte Kost, spar es dir also für ältere Klassen auf. Alle 11 Formate, das klassische Wichteln eingeschlossen, findest du in den Ideen für den Geschenketausch an Weihnachten. Die meisten beginnen trotzdem mit einer Auslosung, die Schritte oben gelten also auch dort.
Alles zusammen: ein Plan für vier Wochen
Mit vier Wochen kommst du ohne Hektik vom Brief bis zum Tausch:
| Wann | Was zu tun ist |
|---|---|
| Vier Wochen vorher | Schulregeln prüfen, Ersatzgeschenke und Reservetopf einrichten, Brief verschicken, mit den Steckbriefen anfangen |
| Drei Wochen vorher | Rückmeldungen fällig: bei Familien ohne Antwort diskret nachfragen. Online-Auslosung oder Auslosung durch die Lehrkraft durchführen |
| Zwei Wochen vorher | Jetzt Zettel ziehen lassen, falls du sie nutzt. Bastelecke aufmachen |
| Eine Woche vorher | Selbst eine Erinnerung schicken, denn die Auslosung verschickt keine |
| Am Vortag | Geschenke einsammeln, Namen abhaken und für jede Lücke ein Ersatzgeschenk verpacken |
| Tauschtag | Den Plan für 30 bis 45 Minuten durchführen |
Sind die Rückmeldungen da, kannst du kostenlos online die Namen auslosen und den Hinweis von oben bei den Details zum Wichteln einfügen. Wenn das Lehrerzimmer auch mitmachen will, bekommt es eine eigene Runde mit eigener Auslosung: freiwillig, mit niedriger Obergrenze und ohne dass jemand außen vor bleibt. Organisator und Schulleitung können beide mitmachen, ohne die Paare zu sehen, und der Leitfaden für Personalabteilungen zum Wichteln im Büro erklärt Regeln, Budget und Ankündigung.
Zurück zu deinen 26 Achtjährigen. Auf die Geschenke kommt es weniger an als auf die Vorbereitung: eine Zahl schwarz auf weiß, ein Ausweg, für den sich niemand erklären muss, und ein Ersatzgeschenk in der Schublade. Wenn das stimmt, reicht ein Daumenkino für 3 €, mit Bedacht ausgesucht, völlig aus. Eine in der Mitte gefaltete Zeichnung tut es genauso.
Häufig gestellte Fragen
5Die meisten Klassen setzen eine Grenze zwischen 3 und 5 €. Das ist eine gängige Übereinkunft, keine Vorschrift, und ein fester Betrag von 3 € ist für Familien das leichteste Ja. Schreib ihn als eine einzige Zahl in den Elternbrief, nenn ihn eine Obergrenze und lass Selbstgemachtes genauso zählen wie Gekauftes.
Eine einheitliche Regel gibt es nicht, das hängt von deiner Schule und deinem Bundesland ab (in der Schweiz vom Kanton). Frag vor der Ankündigung die Schulleitung, ob ein Geschenketausch in der Klasse erlaubt ist, ob eine Weihnachtsaktion genehmigt werden muss und ob die E-Mail-Adressen der Eltern auf einer externen Website eingegeben werden dürfen. Eine schriftliche Antwort hilft, falls später jemand nachfragt.
Das kannst du, wenn du eine Online-Auslosung nutzt, denn als Organisator erfährst du die Paare nie. Manche Schulen begrenzen, was Lehrkräfte annehmen dürfen, also frag vorher nach, und halte auch das Geschenk eines Kindes an dich im Rahmen von 3 bis 5 €. Bei der Auslosung durch die Lehrkraft, wie bei den Kleinsten, kennst du alle Paare, also halte dich raus.
Nein. Amazing Secret Santa braucht für jede Person eine E-Mail-Adresse, aber kein Konto, also trägst du für jedes Kind die Adresse eines Elternteils ein. Dort kommt die Zuteilung an, die Eltern sagen sie dem Kind, und niemand sieht die Paare auf dem Bildschirm, auch du nicht. Kläre vorher die Regeln deiner Schule zu Schülerdaten.
Sprich mit dem Kind unter vier Augen, nie vor der Klasse. Sag, dass Enttäuschung erlaubt ist, und lenke den Blick auf die Mühe: Ein Mitschüler hat an das Kind gedacht und etwas eingepackt. Hilfreich ist, das „Zuerst Danke sagen“ vorher zu üben, genauso eine gemeinsame Abschlussaktion. Vermeide es, Geschenke auf der Stelle zu tauschen, denn das sagt dem Schenkenden: Du lagst daneben.


